Dada in der DaDaEr

Ja, kein anderer Staat war so prädestiniert für DaDa wie unsere verlorengegangene 40-jährige Republik. Denn nur hier war der Sinn so unsinnig, dass jeglicher Unsinn sinniger war. Nur hier wohnte die Wahrheit völlig verklausuliert hinter Worthülsen und Sprachmüll. Nur hier war die Beliebigkeit noch so beschränkt, dass mensch bereit war, hinter jedem Wort den verborgenen Inhalt zu suchen. Deshalb können wir, belastet mit unseren Vorwendeerfahrungen, DaDa und die DaDaEr nicht aussparen. Und fangen nicht mal bei Weh und Meh an – die kommen später, nein wir fangen bei Bert Papenfuß Gorek, Jan Faktor, Stefan Döring und Rainer Schedlinski an – ersterer ist demnächst in Rostock, letzter ist raus, da er sich unsäglich mit der Stasi verwoben hatte. Berlin hatte da seine eigene Dynamik, was die Literatur betrifft – Weimar war da eher mit der Musik auf dem Weg zu DaDa. Und wir Provinzler? Wir bestaunten fasziniert die Buchcover oben genannter Autoren – statt klarer Bild- und Formensprache ein Chaos aus Schrift und Zeichen. Und nicht eines zeigte den legendären Handschlag…

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