DaDa war 100 – ein Neuanfang

Ja, das Jahr neigt sich dem Ende zu und wir fangen wieder an. Mit neuen Plänen, neuen Akteuren und neuen Themen. Aber da zum Jahresende der Rückblick gehört, sind wir wieder bei den Vätern des DaDa – Hugo Ball, Kurt Schwitters, George Grosz und Hans Arp. Aber die Akteure sind neu, wir haben Dada aktuell aus der Generalprobe von zwei Studentinnen der HMT – Lia und Lena. Beide aus dem Mutterland des DaDa – die Schweiz und gerade vor zwei Tagen gab es die dazugehörige Uraufführung im Kempinski von Scheinheiligendamm. Die nicht die letzte sein soll – auch wir im Mutterhaus des Rostocker DaDa – die Frieda 23 – werden uns dieses Programm nicht entgehen lassen. (Der erste gute Vorsatz für 2017, weitere verheimliche ich lieber)Das ist Musik und Dada-Texte – und da gibt es noch einiges mehr. Leider vergessen und dennoch gut: Erwin Schulhoff, der Komponist, der 20 Jahre vor John Cages legendärem 4:33 die Stille als Musikform entwickelte – analog dem Nichts des Dada. Aber alles soll noch nicht verraten werden – nehmt Eure Ohren und lauscht am Montag 18:00 Uhr LOHRO, wenn es wieder heißt: DaDa sorgt für Ruhe und Orden.

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DaDa Stockhausen

Wir bleiben aktuell. Während auf der Frieda Wand alte Dada-Videos die Abendstunden beleuchten und das LIWU sich dem Thema Intuition visuell nähert, kehren wir zum Altmeister der intuitiven Musik zurück: Karlheinz Stockhausen. Und nicht nur wir, am Sonntag beginnen die vier Stockhausen-Tage der Hochschule für Musik und Theater in Rostock. Das diese Aufführungen fast werbefrei verlaufen, ist ein Phänomen, was wir hoffentlich am Montag in unserer Sendung näher beleuchten können. Entweder braucht Stockhausen keine Werbung oder die hmt will keine Werbung dafür. Nichtdestotrotz haben wir es mitgekriegt und werden dort sein und bei Dada in Rostock unsere Eindrücke von der Eröffnung öffentlich machen. Das zu gleicher Zeit, während wir im Radio senden,  dort der Film zur Stockhausen-Oper „Licht“ läuft, ist unser Verlust – aber auch wir werden, wenn auch bestimmt nicht ganz so fundiert wie die Macher des Filmes vom WDR, über diese Oper und ihre Hintergründe reden und Teile hören lassen. Eins klappt bestimmt – genügend schräge Töne wird es geben und nicht umsonst war schon bei der Dada-Auftakt-Sendung im Februar Stockhausen zu hören. Mit einem Ausschnitt aus dem selben Werk, was Montag ab 19.30 in der hmt zu hören sein wird: „Hymnen – elektronische und konkrete Musik“

Hirsche nicht aufs Sofa

Dada in Rostock ist am Ende – in dem ja bekanntlich ein neuer Anfang steckt. Denn weg ist Merzbau und Merzsäule, die LOHRO-Dusche schweigt und das Foyer ist wieder ein Foyer und kein Kunstraum. Irgendwie zwar doch, aber eben nicht DaDa. Was bleibt ist die Sendung auf LOHRO – die letzte Bastion, von der wir das DaDa  Tertial No. 2 aus starten müssen, wollen oder wie auch immer. Ein halbes Jahr Dada in Rostock – länger haben die in Zürich auch nicht durchgehalten – dann sind die Protagonisten ausgewandert. Wir werden bleiben und intuitive und avantgardistische Musik senden, Lautpoesie suchen und verkünden und all das weitermachen, was wir noch nicht zu Ende gebracht haben. Ein Aussenden des Aussitzens, die dunkle Jahreszeit hat noch eine Menge Potential mit Licht und Film und Fassade. Jetzt steht aber Montag (denn es ist der dritte des Monats) wieder eine Sendung an und die ist mit music concrete sehr französisch, mit Noise sehr verwirrend und am Ende auch noch japanisch – mit DDR-Kontext. Der wird schon durch die DaDaEr-Clowns Weh und Meh bzw. den letztmonatlichen Themenschwerpunkt Carlfriedrich Claus hochgehalten. aber keine Nostalgie ist da im Spiel, eher die Verwunderung, das ein so dadaistisch agierender Staat wie die DDR kein Gesamtkunstwerk wurde. Hätte er aber auch nicht verdient.

Also reinhören und zuhören – auch wenn’s weh tut.

Die Kunst der Geräusche

„Dada ruht nie, Dada vermehrt sich“ – dieser Slogan der Züricher Aktivisten wollen wir wieder mit Leben erfüllen. Wer dachte, das das Dada in Rostock schläft – der dachte falsch. Dada in Rostock bleibt lebendig und das schon deshalb, weil Dada in Stralsund immer noch ein angenehmer Nachbar ist. Von Mecklenburg nach Vorpommern spannen wir den nordischen Dada-Bogen und nebenbei erfahren wir etwas über ein Russolophon und russische intuitive Musik. Wer jetzt schon wieder denkt, das das alles was mit Russland zu tun hat, der irrt schon wieder. Zuviel Klangvertrauen, weil zuviel Dadatertial mitgemacht. Aber das Dadatertial 2016 ist nun zu Ende und für 2017 – dem 2. Dadatertial, planen wir schon mal eine Ausstellung zu aktueller Dada-Pressendruckerkunst. Auch das ein Wort, was das Sendungshören notwendig macht. Also heute, Montag 18.00 Uhr, Samstag in der Wiederholung oder danach auf der LOHRO-Seite zum Nachhören. Drei Versuche, da wird doch wohl einer klappen.

DaDa-Erotica

Viel DaDa ist in den letzten 4 Monaten durch den Äther geflossen und wir haben alle Facetten vorgestellt – nur die wesentliche nicht: Was tat DaDa nach DaDa? Wenn die Lichter der Vorstellung ausgingen und die Leute den Pappröhrenkostümen entstiegen waren? Wenn die Frage stand, ob es eine der oder ein die DaDa war, die oder der da gesprochen hat. Oder war DaDa von sich aus ein Neutrum? Die Geschichten jedenfalls hat es den DaDainnen schwer gemacht – schon während der Blütezeit waren sie schnell am Rande der Bühne aber im Mittelpunkt der Geldbeschaffung. Keine große Alternativkultur war so wenig auf Gleichberechtigung aus, wie DaDa. Aber das lässt sich nicht mehr ändern – wir stellen nur vor. Von der Lust am DaDa und an den DaDainnen über das vulgäre Durchbrechen der Wortzensur der frühen 20er. Wir hören unsinnige Texten von Max Goldt und sinnliche Musik von Karl-Heinz Stockhausen. Wir lassen alle zu Wort kommen und uns mit unseren eigenen Meinungen auch noch. Also – wer noch immer nicht wusste, ob sich DaDa anhören lässt – hier wieder ein Versuch mehr. Da und Da.

Was kommt nach dem SonnDaDag?

Dada nach dem SonnDaDag. Eine Erinnerung oder ein Bergfest oder nur ein Meilenstein? Jedenfalls: 4 Monate DaDa waren nicht genug. Deshalb reden wir zwar über den Höhepunkt des Dada-Tertials – den SonnDaDag vom 29.5. und denken dabei an neue Betätigungsfelder. Den noch immer nimmt sich die Öffentlichkeit zu wichtig und die Kultur zu ernst. Den wollen wir aber nicht, diesen nötigen Ernst – wir leben gern „in visible nonsens“.  Oder in „invisible nonsens“ ? (Jedenfalls „imperial nonsens“ ist ein Gericht aus Österreich.) Da fangen die Probleme schon an, denen wir uns nicht stellen wollen. Also bleiben wir bei unserer Lust am niederschwelligen Unsinnsangebot und freuen uns, aus der Nachlese eine Vision zu generieren. Mal hören, ob das klappt.

Montag ist DaDaTag

Nicht jeden, ich gebe zu, dazu hat es bislang noch nicht gereicht. Obwohl gerade der Montag dafür prädestiniert ist, immerhin hat einem da die Woche so richtig gezeigt, wo an den folgenden Tagen der Hammer hängt. Und um den Schock aufzuarbeiten, ist es doch heilsam, Lautgedichte zu rezitieren oder Sinnlossätze zu deklamieren. Haben wir ja auch gemacht, denn immer noch ist Dada-Tertial und wir näher uns dem Höhepunkt. Ob es nun wirklich das Ende oder nur das Bergfest oder gar nur irgendwas im Irgendwann ist, wissen wir nicht, oder: wollen es nicht wissen. Denn zu sagen haben wir noch eine ganze Menge: Der Livemitschnitt des letzten Dada-Balkons, die Entstehung von DADADANZA, die obskure Musik von Foyer de Arts und natürlich Informationen rund um den SONNDADAG, der keinerlei merkantile Inhalte haben wird, auch wenn da die Abkürzung AG  am Ende steht. Also Radio an, Kopf aus und die Lauscher aufgestellt…